Schulweinberg

Rochus-Realschule plus Bingen bewirtschaftet eigenen Weinberg

Zahlreiche Winzer der Region leisten Unterstützung

(Red.) - Die Rochus·Realschule plus mit Fachoberschule in Bingen am Rhein hat einen eigenen Weinberg auf dem Schulgelände angelegt. Klein zwar, aber immerhin stehen in drei Reihen 39 Reben auf insgesamt rund 75 Quadratmetern Aäche. Es ist der erste Schulweinberg im Landkreis Mainz-Bingen, der sukzessive erweitert werden soll - später auch mit Reben aus der Partnerstadt Nuits-Saint-Georges (Burgund/Frankreich).

Die Rochus-Realschule plus sieht in der mit Schulleiter Bernd Karst absolut spontan umgesetzten Idee einen vielfachen Nutzen, der vom Erleben über die Erfahrung bis
hin zum Umweltschutz und dem Einblick in verschiedene Berufszweige alles bietet. Die Trauben sollen im Hauswirtschaftsunterricht zu nicht alkoholischen Produkten verarbeitet werden. Dass der Namensgeber der Schule, der heilige Rochus, einer von 70 Weinheiligen ist passt zum Projekt, das nach einigen Wochen Vorbereitungszeit bis unmittelbar vor der Einweihungsfeier von zahlreichen Winzern aus der Region umgesetzt wurde. Bei den ersten Ansprachen wurden noch letzte Handgriffe getan und Drähte befestigt.

Die im kleinen Kreis vorgetragene Idee, das anstehende Projekt mit etwas Besonderem zu füllen, war sofort auf fruchtbaren Boden gestoßen, erinnerte sich Dr. Thomas Höfer, Weingutsbesitzer aus Burg Layen und zugleich Präsident des Weinbauverbandes Nahe. Denn schnell musste es schon gehen. Gut drei Wochen blieben bis zur Realisierung, und die Reben mussten zuvor auch noch ausgewählt und gekauft werden. Danach konnten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Fachleute zu Werke gehen. "Sie mussten heute sehr hart in tiefen Erdreichen kämpfen", erklärte Dr. Höfer, der wie viele seiner Winzerkollegen ein Kind hat, das die Rochus-Realschule plus besucht.

Gefragt ist viel Enthusiasmus, "Wir haben hier wirklich nach Gold geschürft", zog er beeindruckt von der Umsetzung den Vergleich. Reben aus dem Rheingau, dazu Winzer aus Rheinhessen, von der Nahe und vom Mittelrhein zeigten, was Bingen wirklich ist: "Die Metropole im Herzen der Weinregionen, die Bundeshauptstadt des Weines", schmunzelte Dr. Höfer als Vertreter eines gemeinsamen Winzerteams. Die Unterstützung des Kreises als Schulträger sei keine Frage gewesen, so der Beigeordnete Adam Schmitt: "Die Anfrage-Email war quasi noch warm, als wir antworteten: ,Natürlich machen wir das!"

Der Weinberg könne der Schule als erfolgreiche Realschule plus einen weiteren Impuls verleihen.
Die Regent-Rebstöcke wurden steilvertretend für die rund 900 Schüler von jeweils zwei Vertretern aller Klassen gepflanzt. »Regent" deshalb, weil die Rotweinsorte dank ihrer Qualitätseigenschaften, Farbkraft und Pilzwiderstandsfähigkeit überzeuge, so Karst.

Ob Biologie, Chemie, Naturwissenschaften, Geschichte, Ökonomie oder Ökologie. In vielen Fächern soll der Weinberg spannende Unterrichtsthemen liefern. Daher lernen die Schülerinnen und Schüler anhand der Dauerkultur "Weinrebe" nicht nur Flora und Fauna näher kennen, auch der Kunstunterricht wird sich aktiv beteiligen, wenn die Gestaltung eines schuleigenen Flaschenetiketts ansteht.

Titelvergabe

Die ersten Titel wurden bei der Weinbergseinweihung auch gleich verliehen: Mitinitiator Dr. Thomas Höfer wurde zum "Winzer des Jahres 2015" erkoren. Die Eisweinprinzessin Cathrin Reich aus Bingen-Dromersheim und Schülerin einer 10. Klasse ist ab sofort auch noch "Rochus-Realschul-Weinkönigin".

Zahlreiche Sponsoren

Das Projekt wurde von zahlreichen Sponsoren unterstützt. Beteiligt waren der Pörderverein der Schule, Banken und Sparkassen, das Hotel-Restaurant "Weinbergschlösschen" aus Oberheimbach und die Winzerinnen und Winzer Lydia Fleck-Reich (Dromershelm), Dr. Thomas Höfer (Burg Layen), Horst Kemmer (Bacharach-Steeg), Ralf Ofenloch (Münster-Sarmsheim), Jens Lau...