12.06.2016

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig im Gespräch mit unserer Schule

Unterstützung bei der pädagogischen Weiterentwicklung und der Profilierung unserer Schule angekündigt

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (2. v. r.) zu Gast an der Rochus-Realschule plus mit Fachoberschule. Außerdem auf dem Bild (v. l. n. r.): Rektor i. R. Bernd Karst, Konrektor Dieter Schmitt, Schulleiterin Heidi Becker und Fachoberschulkoordinator Christian Tuldi

Im Rahmen des Landeselterntages 2016, den der Landeselternbeirat an unserer Rochus-Realschule plus mit Fachoberschule am 11.06.2016 veranstaltete, war die neue Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig bereit, der Schulleitung einige Fragen zu aktuellen bildungspolitischen Themen zu beantworten, die auch für unser Haus eine besondere Bedeutung haben.

Schulleitung der RRS+ mit FOS: Sie sind heute zum ersten Mal in Ihrer Amtszeit als rheinland-pfälzische Bildungsministerin auf einem Landeselterntag. Zugleich findet der Landeselterntag zum ersten Mal an einer Realschule plus mit Fachoberschule statt. Dies ist in zweifacher Hinsicht eine Wertschätzung: für die Schule vor Ort, aber auch für die Schulart insgesamt. Der Realschule plus wurde im Koalitionsvertrag ein besonderer Stellenwert zugeschrieben. Welche besondere Unterstützung und Förderung dürfen daraus abgeleitet werden?

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: Die Realschule plus ist eine tragende Säule unseres Schulsystems und wichtig für die Fachkräftesicherung. Sie bietet individuelle Förderung und Aufstiegsorientierung, insbesondere an den Standorten mit Fachoberschulen. Schülerinnen und Schüler werden hier dank des Engagements der Lehrerinnen und Lehrer entsprechend ihres Leistungsvermögens und hinsichtlich ihrer besonderen Interessen gezielt gefordert und gefördert.
Wie im Koalitionsvertrag verankert, werden wir die Realschulen plus bei der pädagogischen Weiterentwicklung und damit bei ihrer Profilierung unterstützen. Die künftig insgesamt 70 didaktischen Koordinatorinnen und Koordinatoren übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe: Sie werden die Schulleitungen entlasten und neue pädagogische Impulse setzen. Daneben erhalten die Realschulen plus einen zusätzlichen Studientag, um Raum für eine noch intensivere Auseinandersetzung mit wichtigen pädagogischen Fragen innerhalb des Kollegiums zu schaffen.

Schulleitung der RRS+ mit FOS: Die Realschule plus ist eine attraktive Alternative zum gymnasialen Angebot. Wie lässt sich dieses Faktum durch eine öffentliche Imagewerbung noch besser darstellen?

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: Die Realschule plus bietet Schülerinnen und Schülern gute Chancen, ihre individuellen Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Sie ist eine durchlässige und aufstiegsorientierte Schulart mit hohem Qualitätsanspruch. Dazu gehört neben einem vielfältigen schulischen Angebot mit vielen Wahlmöglichkeiten auch die frühzeitig beginnende und breit aufgestellte Berufs- und Studienorientierung. Die Realschule plus bereitet Jugendliche systematisch auf den Übergang von der Schule in den Beruf vor, ist aber auch ein hervorragendes Fundament für einen weiteren schulischen Ausbildungsweg – entweder an einer der Fachoberschulen, in einer gymnasialen Oberstufe oder in einem beruflichen Gymnasium.
Diese Vorzüge wollen wir noch stärker als bisher kommunizieren. Das Konzept einer Informationskampagne erarbeiten wir derzeit und werden unsere Überlegungen selbstverständlich auch mit Vertretern der Realschule plus besprechen.


Schulleitung der RRS+ mit FOS: Die Fachoberschule ist das auch vom Ministerium deklarierte „Herzstück der Realschule plus“. Auch vor diesem Hintergrund hat das Ministerium in Gesprächen eine Erweiterung der Fachrichtungen angekündigt. Unsere Rochus-Realschule plus strebt die zusätzliche Einrichtung eines Schwerpunktes „Agrarwirtschaft“ an. Diesbezüglich konnten wir bereits Modalitäten der Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Bingen vereinbaren. Die Hausspitze des Ministeriums hat zugesichert, dieses Anliegen nachdrücklich zu unterstützen. Möchten Sie hierzu konkrete Aussagen treffen?

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: Die Fachoberschulen arbeiten sehr erfolgreich und sie haben sich als attraktive Alternative zur gymnasialen Oberstufe etabliert. Die Frage der Erweiterung der Fachrichtungen an unseren Fachoberschulen betrifft aber nicht nur die Rochus Realschule plus in Bingen, sondern alle Standorte mit Fachoberschule.
Wir prüfen eine mögliche Erweiterung der momentan zugelassenen FOS-Fachrichtungen beziehungsweise Schwerpunkte unter folgenden Aspekten: des schulischen Bedürfnisses, des Gesamtangebotes an Bildungsgängen der Sekundarstufe II, der Attraktivität für Schülerinnen und Schüler sowie der betrieblichen Nachfrage in den Regionen. Eine solche Entscheidung muss immer auch zur gesamten vorhandenen Schulstruktur passen.


Schulleitung der RRS+ mit FOS: Sehr geehrte Ministerin, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.