26.03.2019

Auf den Spuren Paul Schneiders und seiner Leidensgenossen im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald

Der Name des Hunsrücker Pfarrers Paul Schneider steht wohl wie kaum ein anderer für Zivilcourage und Mut. Schon früh erkannte er die Gefahren, die mit dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten verbunden waren. Im Gegensatz zu vielen seiner Priesterkollegen, die zum Teil den Deutschen Christen und ihrer Ideologie folgten, schloss er sich ihnen nicht an, sondern verweigerte beharrlich die Gefolgschaft. Dies brachte ihn dann bereits im Jahr 1938 ins neu errichtete Konzentrationslager Buchenwald, nahe der Stadt Goethes und Schillers Weimar. Wer nun glaubte, dass er sich dort im Angesicht von Tyrannei und Mord seinen Peinigern beugen würde, sah sich getäuscht. Selbst unter Höllenqualen im gefürchteten Bunker des Massenmörders Sommer hielt er an seinem Glauben fest. Noch kurz vor seiner Ermordung predigte er für seine auf dem Appellplatz aufgereihten Leidensgenossen.

Diese und weitere Biographien von ehemaligen Lagerinsassen waren es, die Schüler der 9./10. Klassen der Rochus-Realschule plus, zusammen mit ihren Lehrern Barbara Junge und Marcel Griesang, auf ihrem Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald tief beeindruckten. Nachdem man bereits im Unterricht im Rahmen der wöchentlichen Geschichts-AG thematisch in die Zeit des Lagers eingetaucht war, besuchte man daraufhin auf der Fahrt nun die Orte, wie etwa das ehemalige Krematorium und den darunter befindlichen Folterkeller der SS, die bis heute eine Mahnung an alle sind, die Schrecken und Willkür von damals nicht zu vergessen. Den Schülern wurde unmittelbar klar, was passieren kann, wenn Hass und Vorurteilen freier Lauf gelassen wird. 

Beim Rundgang übernahmen die Schüler teilweise auch Kurzreferate um, die Gruppe detailliert über die zu sehenden Orte zu informieren. Darüber hinaus hatten die Schüler während ihres Aufenthalts in der Gedenkstätte die Aufgabe, zwei für sie besonders beeindruckende Orte bildlich festzuhalten. Des Weiteren sollten sie dann ihre persönlichen Empfindungen aufschreiben und zusätzlich weitere Recherchen zu den auf den Bildern befindlichen Objekten finden. Die Ergebnisse ihrer Ausarbeitungen werden im Rahmen des zukünftigen Geschichtsunterrichts zu einer Nachbetrachtung der Fahrt dienen und auch im Schulgebäude ausgestellt werden.

Die einhellige Meinung auf der Rückfahrt war, dass man gerade in der heutigen Zeit alles dafür tun muss, dass sich ein solch dunkles Kapitel der deutschen Geschichte nicht mehr wiederholen kann.