15.05.2019

Zu Besuch im Mainzer Landtag

Insgesamt 12 Schüler der Geschichts-AG der Rochus-Realschule plus in Bingen folgten zusammen mit ihrem Lehrer Herr Marcel Griesang der Einladung des Landtagsabgeordneten Herrn Hüttner von der SPD zu einem gemeinsamen Gespräch im Landtag. Man traf sich dazu zunächst in einem Raum des Abgeordnetenhauses. Dort hatten die Schüler die Möglichkeit Herrn Hüttner Fragen bezüglich der aktuellen Tagespolitik aber auch seiner allgemeinen Tätigkeit als Abgeordneter zu stellen. Viel Raum nahm dabei die momentane Zusammenarbeit mit der AFD ein. Als einer der Schüler die Frage stellte, wie denn die Zusammenarbeit mit dem Fraktionsvorsitzenden der AFD, Herrn Uwe Junge, sich im Tagesgeschäft so darstelle, wurde Herr Hüttner mehr als deutlich. Er teilte den Schülern mit, dass eine konstruktive und zielführende Arbeit mit Herrn Junge genauso wie dem Rest der AFD im Mainzer Landtag nicht möglich sei. Überdies betonte er, dass die AFD im Allgemeinen nicht daran interessiert sei, viel für unser demokratisches System zu tun sondern vielmehr eine Beseitigung der Freiheiten in Bereichen der Presse- und Meinungsfreiheit anstrebe. Er forderte die Schüler dazu auf, sich in Zukunft über ihre Wahl mehr Gedanken zu machen und sich nicht von reinen Versprechungen blenden zu lassen. In diesem Rahmen fragten die Schüler Herrn Hüttner auch, ob er sich vorstellen könne, im von den Schülern angestrebten Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ in Zukunft unterstützend mitwirken zu können. Herr Hüttner betonte diesbezüglich, dass er gerne beratend und bei möglichen Podiumsgesprächen in der Schule oder auch der Fußgängerzone mitwirken würde. 

Weitere Themen innerhalb der Gesprächsrunde drehten sich um den momentan viel diskutierten Artikel 13. oder auch die Proteste für den Umweltschutz die unter dem Motto „Fridays for future“ europaweit für Aufsehen sorgen.

Im Anschluss an ein rund 90-minütiges, sehr kurzweiliges Gespräch mit Herrn Hüttner, begab sich die Gruppe auf die Besuchertribüne des Landtages. Dort konnte man direkt in das politische Treiben eintauchen, indem man einer aktuellen Plenarsitzung beiwohnte. Diskutiert wurde dort die Übernahme von Straßenbaukosten von Seiten des Landes, um dadurch die bisher zu Kasse gebetenen Anwohner stärker zu entlasten. Die Schüler merkten dabei schnell, dass verschiedene Standpunkte doch zu hitzigen Debatten führen konnten. Die Schüler konnten dabei kaum glauben, wie sehr doch die verschiedenen Reden durch Zwischenrufe mit Absicht gestört wurden. Als dann ein Mitglied der CDU-Fraktion die Redezeit überschritt, war es endgültig mit den guten Manieren im Landtag am Ende. Nahezu alle Fraktionen schrien den Redner kurzerhand nieder, so dass kein Wort mehr zu verstehen war. 

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Vorschlag auf Änderung der Wahlordnung bei Kommunalwahlen. Die SPD forderte dabei eine Zulassung bereits 16-jähriger Jugendlicher zu den  Wahlen. Da die Bingergruppe an diesem Tag als einzige Schülergruppe im Landtag war, erschien prompt auch das Filmteam der SWR-Landesschau auf der Zuschauertribüne mit der Frage, ob man die Schüler für eine kurze Sequenz, die dann auch im Rahmen der Landesschau gezeigt wurde, aufnehmen dürfe. Das Ergebnis konnten sich die Schüler wie gesagt  dann auch am Abend in den Nachrichten ansehen (Landesschau vom 29.03.2019). 

Wie sehr die Sitzung die Schüler fasziniert hatte merkte man daran, dass einige nach 90 Minuten die Frage stellten, ob sie denn noch weiter dem Treiben im Landtag beiwohnen könnten. Kaum einer innerhalb der Gruppe hätte sich das landespolitische Treiben so interessant und abwechslungsreich vorstellen können. Demgemäß wurde schnell der Ruf nach einem weiteren Besuch des Landtages in der Zukunft laut. 

Bevor die Gruppe schließlich die Heimreise nach Bingen antrat, besuchte man noch das griechische Restaurant Delphi in unmittelbarer Nähe des Landtages. Dieser Besuch erfolgte auf Einladung von Herrn Hüttner. 

Die Schüler verließen Mainz mit vielen neuen Eindrücken und vor allem mit der Erkenntnis, wie spannend Politik doch sein kann und das es sich lohnt, sich aktiv mit politischen Debatten auseinanderzusetzen. 

An dieser Stelle dankt die Geschichts-AG auch ein weiteres Mal Herrn Michael Hüttner für seine sehr offenen Worte und die Einladung nach Mainz.