24.09.2015

Win-win-Situation für Schule und Unternehmen

LÖWEN ENTERTAINMENT hat eine Bildungspartnerschaft mit der Rochus Realschule Bingen unterzeichnet. Das Binger Unternehmen nutzt dieses von der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen entwickelte Konzept, um rechtzeitig dem Fachkräftemangel, vor allem in den gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen, zu begegnen. Die Vereinbarung wurde am Donnerstag in der technischen Lehrwerkstatt des Spielgeräteherstellers von Bernd Karst, Schulleiter an der Rochus-Realschule plus Bingen mit Fachoberschule, und Knud Weinard, Leiter Technische Berufsausbildung bei LÖWEN ENTERTAINMENT, unterzeichnet.

 

LÖWEN ENTERTAINMENT gilt als attraktiver Ausbildungsbetrieb und stellt jedes Jahr etwa zehn Auszubildende neu ein. Aktuell werden 35 junge Menschen in sieben verschiedenen Berufen ausgebildet. Je nach Beruf variiert die Ausbildungszeit zwischen 2,5 und 3,5 Jahren. Bei der Auswahl der Bewerber wird neben fachlicher Eignung viel Wert auf sogenannte Soft Skills wie Engagement und Teamgeist gelegt.

 

„Für LÖWEN ENTERTAINMENT ist die Bildungspartnerschaft mit der Rochus-Realschule plus Bingen mit Fachoberschule die erste Kooperation dieser Art“, erläutert Knud Weinard.. Sie ist das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses: Die Partnerwahl hatte sich im Verlauf der vergangenen Jahre angebahnt. Schon mehrfach hatten Schülergruppen der Rochus-Realschule plus die Fabrik besucht und Einblick in die vielschichtigen Arbeitsabläufe genommen. „Unsere Schule führt zahlreiche Maßnahmen der Berufswahlorientierung durch. Auch im Fachunterricht behandeln wir Themen aus der Berufswelt, die durch Praxisbezüge veranschaulicht werden“, erläutert Konrektorin Heidi Becker. Die IHK-Bildungspartnerschaft bedeutet somit für beide Partner eine Win-win-Situation.

 

Das Konzept der Bildungspartnerschaften geht auf die IHK für Rheinhessen zurück. Die Kammer sieht darin – neben Berufsinformationsmessen wie der BIM oder dem „Tag der Logistik“ sowie dem „IHK-Berufsinfobus“ –  ein weiteres Instrument, mit dem die Unternehmen der Region frühzeitig nach passenden Nachwuchskräften suchen können. Schließlich können schon heute nicht mehr in allen Branchen und Berufen die vorhandenen Ausbildungsplätze erfolgreich besetzt werden. Mit den Bildungspartnerschaften können die Zuständigen in den Betrieben potenzielle Auszubildende kennenlernen und für sich gewinnen. Damit lassen sich Personalbeschaffungskosten senken und Ausbildungsstellen bedarfsgerecht besetzen.

 

Die Schulen profitieren von solchen Kooperationen, indem sie ihrem berufsorientierenden Unterricht einen stärkeren Praxisbezug geben können. Außerdem ermöglichen sie Schülern wie Lehrern persönliche Kontakte zur Wirtschaft. „Bildungspartnerschaften sind für Schulen und Betriebe ein guter Weg, sich verbindlich auf Schwerpunkte in der Zusammenarbeit zu einigen. Dabei kann die Initiative von der Schule oder dem Unternehmen ausgehen“, erläutert Timon Zapf, Ausbildungsberater bei der IHK für Rheinhessen.