12 GUS gründet Selbsthilfegruppe, um zu sensibilisieren und zu informieren

Im Oktober 2016 startete mit der 12GUS der Fachoberschule an der Rochus Realschule plus in Bingen bereits der vierte Durchlauf des Projekts „Voneinander lernen - Sich und andere stark machen: Selbsthilfegruppen in und um Bingen“ in Kooperation mit der KISS Mainz / DPWV. Leider klagen SHG’s auch heutzutage noch häufig über mangelnde Akzeptanz und ein mangelndes Bewusstsein für die Probleme von Erkrankten seitens der Bevölkerung. So wissen viele Menschen oft nicht um die so wertvolle Arbeit, welche in den vielen SHG’s des Landes geleistet wird, bis sie erst durch das eigene Erleben einer Krankheit und ihrer Problematik über Bekannte oder Verwandte mit einer SHG in Kontakt kommen.

Die Fachoberschülerinnen und Schüler der 12GUS waren sensibilisiert und neugierig, mehr über Selbsthilfegruppen (SHG’s) zu erfahren, da sie während ihrer Praktikumstätigkeiten im Rahmen der Klasse 11 bei Patienten erlebt hatten, dass sich diese auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Reha-Einrichtung mit der Heilung ihrer Erkrankung weiterhin beschäftigen wollen.

Mit der Unterstützung des Teams der KISS Mainz wurden die 12GUS-Schülerinnen und Schüler (SuS) selbst zu SHG-Gründern, sie simulierten ein typisches Erstinterview zur Gründung ihrer eigenen (virtuellen) SHG „Ess-O-Ess“ zum Thema „Essstörungen“, sie entwarfen ein Anschreiben zur Kenntnis für das Medizinische Fachpersonal, schrieben die entsprechende Pressemitteilung und gestalteten ihren eigenen „Ess-O-Ess“-SHG-Flyer.

Im zweiten Teil des Projekts verabredeten sich die SuS mit den SHG’s, welche sich vorher zu einem Interview in Absprache mit der KISS MZ bereit erklärt hatten. Sie bekamen nach Vermittlung durch die KISS MZ über einen Zeitraum von vier Monaten die Möglichkeit, einen Interviewtermin mit einer ausgewählten SHG zu vereinbaren. Sie sensibilisierten sich für die speziellen Erkrankungen und ihre Problematiken und führten am Ort mit vorbereiteten Fragen nach Absprache Einzel- oder Gruppeninterviews in einer SHG. Diese wertvollen Informationen verbanden sie mit ihren persönlichen Eindrücken des SHG-Besuchs in Form eines Erlebnisberichts. Im Februar 2017 wurden insgesamt sieben beeindruckende und bewegende Erlebnisberichte vor Frau Tölle, pädagogische Mitarbeiterin der KISS Mainz und des Kollegiums des Fachs „Gesundheit und Pflege“ präsentiert.

Es gab sehr positive Rückmeldungen an die KISS MZ von den Betroffenen der SHG‘s, die sich über das gesteigerte Interesse junger Menschen an ihrer Tätigkeit in einer SHG freuten. Die SuS waren anfangs unsicher, was sie bei dem SHG-Besuch erwarten würde. Eine Schülerin gab stellvertretend wieder: „Der Besuch bei der SHG hat mich wirklich beeindruckt. Zu sehen, wie positiv die SHG-Mitglieder trotz ihrer Probleme ihr Leben meistern und gerade die Krankheit nicht in den Vordergrund stellen, hat mein Leben bereichert!“.

Dr. Olaf Dransfeld, Projektkoordinator