Spenden für die Menschen in der Ukraine

5250 €: So viel Geld haben wir zusammen für die Menschen in der Ukraine gesammelt. Gespendet haben wir diese für den „Nicht reden. Machen! e.V.“. Seinen Sitz hat der Verein in Mainz Bodenheim, in einer großen Lagerhalle, hinter einem Rewe-Markt.

Als wir die Halle das erste Mal betraten, kamen wir zuerst in einen kleineren Raum mit einer Spendenwand. An dieser „Wall of Fame“, wie sie von der Organisatorin Heidi Veit-Gönner genannt wird, werden alle eingegangen Spenden präsentiert. Zwei Räume weiter kamen wir dann in die eigentliche Lagerhalle. In dieser standen viele Paletten mit den unterschiedlichsten Gütern darauf, welche sowohl von Privatleuten als auch von Firmen gespendet wurden. Der Verein hat außerdem eine Boutique eingeführt. Dort können sich die in Deutschland angekommenen Flüchtlinge aus der Ukraine Kleidung und andere Waren besorgen.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat der Verein 686 Paletten in das Kriegsgebiet versendet. Diese Zahl hängt am Ausgang der Halle und wird immer aktualisiert. Pro Woche kommt mindestens eine LKW-Ladung dazu. Ein Problem wurde uns ziemlich am Anfang mitgeteilt: Die Spendenbereitschaft hat deutlich abgenommen. Krieg wird nämlich schnell zur Normalität. Dazu kommt noch, dass der Transport um einiges teurer geworden ist.

Und wenn die Fracht an der Polnisch-Ukrainischen Grenze angekommen ist, wird sie von Fahrern unter Einsatz ihres Lebens in verschiedene Teile der Ukraine gebracht. Dorthin, wo es am meisten gebraucht wird. Diese Transportschwierigkeiten haben unter anderem zur Folge, dass Produkte wie Duschgel in der Ukraine mittlerweile 20€ kosten. Dabei stehen Paletten von Duschgel in der Halle des Vereins versandbereit da.

Medikamente bezieht „Nicht reden. Machen! e. V.“ kostengünstig über Apotheken ohne Grenzen. Der Verein wird zudem von Apothekern ehrenamtlich unterstützt, welche die Medizin ordnungsgemäß verpacken. Versendet werden Medikamente auch gekühlt mit Kleinflugzeugen. Hier bekommt der Verein auch Hilfe von Privatpersonen wie einem ehemaligen Buschpiloten aus Afrika. Trotzdem ist gerade der Versand per Luft besonders teuer. Sowohl das Verschicken per LKW als auch per Flugzeug bezahlt der Verein nur durch Spenden wie unsere.

Dank den Spenden kann er sich dazu noch Waren leisten, die nicht überlebensnotwendig sind, aber den Menschen dort ein Stück Normalität geben - wie zum Beispiel Süßigkeiten oder Spielzeug. Der Verein muss für die Halle und den Abtransport von anfallendem Müll aber nichts bezahlen, was uns Frau Veit-Gönner glücklich mitteilt.

Zu einem späteren Zeitpunkt unseres Besuchs in Bodenheim gab uns der Kabarettist Sven Hieronymus (auch bekannt unter dem Namen „Rocker vom Hocker“) die Ehre und erzählte uns von seiner Intention, bei dem Projekt mitzumachen, um gerade kleinen Kindern eine Freude dort zu bereiten. Dazu versicherte er uns, dass unser gespendetes Geld genau da ankommen wird, wo es am meisten gebraucht wird.

Generell war die Stimmung vor Ort sehr bedrückt. Es wurde dort einem noch einmal vor Augen geführt, dass Krieg in Europa herrscht und dass Menschen unsere Hilfe brauchen. Am schönsten wäre es zwar, wenn wir diese Organisation nicht brauchen würden, aber es ist gut zu sehen, dass es sie gibt und dass sie funktioniert. Zum Schluss kann ich sagen, dass ich das, was Herr Hieronymus gesagt hat, verstehen kann: „Für das Lächeln eines Kindes im Krieg lohnt sich der Aufwand.“ Dies hat er uns in Form eines Fotos zum Schluss noch gezeigt.

 

Autor David Koczwara, Mitglied der SV